Zuckerberg: „Unser Fehler war, zu sehr auf HTML5 zu setzen“

Mark Zuckerberg at the 37th G8 Summit in Deauville 018 square
Seinen ersten öffentlichen Auftritt seit dem Börsengang hätte sich Facebook-Gründer und CEO Mark Zuckerberg vielleicht auch etwas einfacher vorgestellt. In einem Interview auf der TechCrunch Disrupt, die diese Woche in San Francisco statt fand, ließ TechCrunch-Gründer Michael Arrington kein „Problemfeld“ aus, mit dem Facebook derzeit zu kämpfen hat, und ging dabei insbesondere auf den „freien Fall“ des Facebook-Aktie seit dem Börsengang des Unternehmens im Frühjahr und die offentsichtlichen Schwierigkeiten ein, die Facebook derzeit mit dem Thema „mobile computing“ und „mobile advertising“ hat. Doch Zucherberg schien der Schlagabtausch sichtlich Spaß zu machen und so antwortete er sehr offen auf alle Fragen. Beim nachwievor neunstelligen Wert seines Vermögens fällt ihm dies sicher auch leichter als manchem Facebook-Aktionär, der um sein Erspartes bangt.


Und so gab er zu, dass auch er den bisherigen Verlauf des Aktienkurses als „disappointing“ (enttäuschend) empfinde, allerdings sei dies nicht das erste „Up and Down“ des Unternehmens und die nächsten drei bis fünf Jahre würden zeigen, dass Facebook in der Lage sei, „to transition to and monetize its audience on mobile devices“. Damit gab er ebenfalls zu, dass der zukünftige Erfolg maßgeblich davon abhängt, Geld mit der immer größer werdenden Anzahl von Facebook-Nutzern zu verdienen, die das soziale Netzwerk über mobile Endgeräte und die entsprechenden Apps nutzt.

Als Begründung für die derzeitigen Schwierigkeiten im mobile business gab Zuckerberg an, dass man zu sehr auf HTML5 als Standard gesetzt habe und die Bedeutung nativer Apps für die mobilen Betriebssysteme iOS (Apple) und Android (Google) vernachlässigt habe. Bereits jetzt stelle man allerdings fest, dass beispielsweise die mobilen Anwender der neuen iOS-Version wesentlich aktiver seien als solche, die Facebook auf dem Desktop nutzen. Was sich daraus für die Monetarisierungsstrategie für Facebook ergebe, ließ Zuckerberg offen. Seine einzigen Ausssagen in dieser Hinsicht waren, dass sich die Facebook-Gemeinde in naher Zukunft über „really cool stuff“ freuen könne und natürlich das neue Facebook-Credo: „Mobile is everything“.
 

„Cool stuff“: Kein Handy, aber (vielleicht) eine eigene Suchmaschine

Den immer wieder aufkommenden Gerüchten über ein Facebook-Phone erteilte Zuckerberg eine klare Absage. Man sehe sich bei Facebook nicht als Hardware-Hersteller, sondern als Entwickler von Anwendungen, die überall eingesetzt werden könnten. Deshalb sei die Facebook-Strategie auch völlig anders als die anderer IT-Unternehmen mit eigener Hardware-Plattform wie zum Beispiel Apple. Zuckerberg: „We’re going in the opposite direction.“
Anders sieht dies im Bereich Internetsuche aus, hier gibt es wohl Pläne, mit einer eigenen Suchmaschine an den Start zu gehen und damit natürlich vor allem Google den Kampf zu erklären. Ob diese die Retourkutsche für Googles Einstieg in das Social Media-Business (Google+) sei, wurde nicht erörtert. Zuckerberg erklärte vielmehr im Interview: „Facebook is pretty uniquely positioned to answer the questions people have. At some point we’ll do it. We have a team working on it.“
 

TechCrunch Disrupt-Interview von Michael Arrington mit Mark Zuckerberg

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