Web 2.0 – „Bin ich denn schon dabei, oder was…?“

 

„Bin ich denn schon drin, oder was?“ – die älteren von uns erinnern sich vielleicht noch an den AOL-Werbespot mit Tennis-Legende Boris Becker (die jüngeren finden ihn am Ende dieses Beitrags). Der Spot bescherte AOL 500.000 Neukunden und uns allen die Gewissheit, nun endlich auch „rein zu müssen“. Heute können die meisten Unternehmen erleichtert bekennen: „Ja, wir sind auch schon drin!“

Alles bestens, oder? Von wegen. Kaum ist die größte Internet-Euphorie einer seriösen Nutzung des Internet als modernes Informations- und Kommunikationsmedium gewichen, geistert bereits der nächsten Hype-Begriff durch das Land: Web 2.0!!

In Analogie zum Beckerschen Werbespruch müsste man nun aber dichten: „Bin ich denn schon dabei, oder was?“ Denn im Gegensatz zum guten, alten Web 1.0, in dem es nur darum ging, sich mit einem Internet-Auftritt zu präsentieren und über eine email-Adresse erreichbar zu sein, geht es beim Web 2.0 um das aktive Kommunizieren und Interagieren: Mitmachweb ist ein häufig genutzter Begriff.

Aus diesem Grund ordnen Fachleute dem Begriff „Web 2.0“ auch die folgenden Anwendungsbereiche zu:

  • Weblog (Blog) Internet-„Tagebuch“: Ein festgelegter Autorenkreis verfasst Einträge, die in chronologisch umgekehrter Reihenfolge aufgelistet werden. Der Leser kann Kommentare zu den Einträgen verfassen.
  • Podcast: Das Veröffentlichen von Audio- und Videodateien im Internet
  • Soziale Netzwerke: Diese Portale ermöglichen es dem Nutzer, ein Profil zu erstellen und Kontakte zu verwalten. Meist können sich die Mitglieder in Gruppen bzw. Communities untereinander austauschen.
  • Wiki: eine Ansammlung von Webseiten, die von Benutzern frei erstellt und überarbeitet werden kann.
  • Media Sharing Plattformen: Interessierten Benutzern bieten die Plattformen die Möglichkeit ein Profil anzulegen, Mediendaten wie Fotos und Videos zu speichern und Inhalte anderer Nutzer zu konsumieren sowie zu bewerten.

Was müssen Unternehmen heute also tun, um „dabei zu sein“?

Zuerst einmal müssen sie sich aus der Vielfalt der Web 2.0-Anwendungen die heraussuchen, die für sie relevant sind. Eine Mitgliedschaft in Dutzenden Communities und sozialen Netzwerken bringt gar nix, wenn sie nicht der Firmenphilosophie des Unternehmens entsprechen. Videos, Webinare und Webcast verursachen zuerst einmal Aufwand – und machen nur Sinn, wenn sie dem Unternehmen helfen, neue Kontakte zu knüpfen bzw. bestehende Kontakte zu vertiefen. Auch ein Weblog trägt nur zum Unternehmenserfolg bei, wenn es professionell aufgebaut und betrieben wird.

Darüber hinaus macht Web 2.0 im Unternehmensbereich nur Sinn, wenn die einzelnen Maßnahmen miteinander verknüpft werden. Unterschiedliche, veraltete Profile in unterschiedlichen Communities sind nicht nur nutzlos, sie werfen auch ein negatives Bild auf das Unternehmen. Denn das ist neu beim Web 2.0: Beim Mitmachweb kann jeder mitmachen – Ihr Kunde, Ihr Geschäftspartner, Ihre Bank, Ihr Wettbewerber. Deshalb ist es wichtig, sich vorab seine Gedanken zu machen, wie man sich als Unternehmen im Web 2.0 präsentieren möchte.

Zum Abschluss wie versprochen der AOL-Werbespot mit Boris Becker aus dem Jahr 1999:


 

P.S.: Der Werbespot mit Boris Becker sorgte 1999 für besondere Furore, da Herr Becker in diesem Jahr nicht nur im Internet, sondern auch in einer Besenkammer eines Londoner Hotels „drin war“, mit den bekannten Folgen neun Monate später. Sie sehen also: Das Internet ist weitaus ungefährlicher als eine Besenkammer!

Zurück zur Startseite …

Sie können einen Kommentar abgeben, oder von Ihrer eigenen Seite einenTrackback setzen.

Einen Kommentar verfassen

Spam-Schutz * Time limit is exhausted. Please reload CAPTCHA.