Urheberrechtsverletzungen und Abmahnungen: das kann teuer werden ..

 

Aus aktuellem Anlass – der langjährige Blogger Oliver Strör schloss Ende Juli sein Blog Stör-Signale, da er sich nach eigenen Angaben nicht länger mit Abmahnungen und den damit verbundenen Anwaltskosten herumschlagen möchte, soll an dieser Stelle kurz auf das Thema Copyright, Bild- und Textrechte sowie die Folgen bei der Verletzung dieser Rechte eingehen, denn auch wir erhielten bereits das ein oder andere „unschöne Anwaltsschreiben“.

Zuerst einmal muss jedem – ob Webseiten-Betreiber oder Blogger – klar sein, dass er, wenn er sich ein Bild oder einen Text im Internet „leiht“, damit möglicherweise die Rechte eines Dritten verletzt. Die oft genutzte Ausrede, das Foto sei „doch überall im Web auffindbar“, nützt im Fall der Fälle, dass der Rechteinhaber auf sein Recht pocht, überhaupt nichts, sondern zeigt nur, dass andere Webseiten-Betreiber und Blogger es mit dieser Sache auch nicht so genau nehmen.

Verbandslogo und Bild eines Firmengründers

Auch in der GROHMANN BUSINESS CONSULTING-Historie als Portal-Betreiber und Blogger gibt es das dunkle Kapitel „Abmahnungen“. Zwei Beispiele: Auf einem Portal nutzte ich das Logo eines Fachverbands, um auf dessen umfassende Sammlung von Checklisten hinzuweisen. Leider hatte dieser dieses Logo nicht zum Download auf seiner Verbandsseite zur Verfügung gestellt – sondern schickte uns gleich den Anwalt auf den Hals.

In einem anderen Fall, an den ich mich erinnere, hatten wir das gemalte Portrait eines Firmengründers, das auf der Webseite des Unternehmen zur Verfügung stand, als Illustration für einen Blog-Post verwendet. Was wir nicht wussten, war, dass die Rechte an diesem Bild bei der Erbengemeinschaft lagen – deren Anwalt klärte und dann entsprechend auf.

In beiden Fällen wurden Anwaltskosten verursacht, die in dem Bereich liegen, der Oliver Stör zum Aufgeben zwang. Soweit kam es bei uns nicht, wenngleich auch ich diese beiden Rechnungen nur „zähneknirschend“ beglich.

Abmahnung – und jetzt …?

Oliver Stör erzählt in einem Interview, dass ihn insbesondere die Art und Weise, in der solche Abmahnungen verfasst sind, erschreckte. Da kann ich ihm nur zustimmen. In der Regel verstehen es die Abmahn-Anwälte sehr gut, einem klar zu machen, dass man etwas ganz Schreckliches getan hat. Minutiös wird aufgelistet, wo man wann welche Urheberrechtsverletzung begangen hat (mit Screenshots, etc.), am Ende hängt in der Regel das Formular einer Unterlassungserklärung dran, das man am besten „bis gestern“ unterschreibt, da ansonsten die Klage droht. Darüber hinaus sind Anwaltskosten zu entrichten, die nach einem Gegenstandswert berechnet werden, der in der Regel so hoch gesetzt wird, dass auch die Anwaltskosten schnell in den vierstelligen Bereich klettern.

Mein (nicht juristischer) Rat: Bitte sofort jemanden fragen, der sich damit auskennt: also einen Anwalt. In beiden Fällen gelang es uns, mit anwaltlicher Unterstützung die Kosten noch etwas zu senken: Teuer wurde es trotzdem.

Weitere juristische Tipps zum Thema Urheberrecht bietet beispielsweise Nina Diercks in Ihrem Social Media Recht Blog

Veranstaltunghinweis: „So werden Sie zum professionellen Blogger“

Das Thema Urheberrecht und Copyright ist – unabhängig vom aktuellen Fall Stör-Signale – natürlich auch Bestandteil unseres neuen Online-Workshops „So werden Sie zum professionellen Blogger“, der in den nächsten Wochen startet. Weitere Informationen zum Online-Kurs finden Sie in der Rubrik Online-Workshop hier im Unternehmen 2.0 Blog.

Zurück zur Startseite…

Sie können einen Kommentar abgeben, oder von Ihrer eigenen Seite einenTrackback setzen.

Einen Kommentar verfassen

Spam-Schutz * Time limit is exhausted. Please reload CAPTCHA.