Twitter Fake-Follower und gekaufte Facebook-Fans: Das Thema sorgt für Wirbel

Anfang August hatten wir über die Anschuldigungen berichtet, denen sich der US-Präsidentschaftskandidat Mitt Romney stellen muss, er habe Twitter-Follower gekauft, um seinen Social Media-Status zu „pimpen“. Wir berichteten in diesem Zusammenhang auch über die Studie der Barracuda Labs zur „Schattenwirtschaft“ mit den gekauften Freunden, die wohl auch in Deutschland mittlerweile blüht. Selbst die CDU geriet in den Verdacht, sich so ein besseres Web 2.0- und Social-Image verschafft zu haben. Mittlerweile scheint das Thema doch weitere Kreise zu ziehen, deshalb an dieser Stelle ein Update mit den aktuellsten Entwicklungen.

 

Gregor Gysi mit den meisten Fake-Followern

Zumindest behauptet dies das Statistik-Portal statista. Die Marktforscher hatten mit Hilfe des Online-Tools Fake Follower Check die Twitter-Accounts einiger Mitglieder des Bundestags überprüft und eine Top-10-Liste veröffentlicht (siehe nachfolgende Grafik)


Fake Follower MDBs

Wir haben natürlich sofort auch unsere eigenen Twitter-Accounts auf Fake-Followers überprüft und „Gott-sei-Dank“ halten sich die „falschen“ Freunde bei uns sehr in Grenzen.
 
Unternehmen 2.0-Blog (@zwei_punkt)

Fake Follower Check Unternehmen 2.0 Blog
 
wellness & beauty guide (@wbg_blog)

Fake Follower Check wellness & beauty guide
 
SaaS-Forum (@saas_forum)

Fake Follower Check SaaS-Forum
 

Facebook Fans kaufen: Spiegel TV im Selbstversuch

Am Wochenende berichtete dann Spiegel TV über das Thema. Die Redakteurin zeigte im Selbstversuch, wie einfach es ist, sich heute Fans und Follower für die großen Social Media-Netzwerke zu kaufen und dass es auch in Deutschland mittlerweile Unternehmen gibt, die ihre Fangemeinde über derartige Angebote künstlich erweitern. Denn der Fan klickt nicht, weil ihm oder ihr das Unternehmen „gefällt“, sondern weil er dafür Geld bekommt. „Gemein“ war natürlich, dass die Redakteurin dann das Unternehmen besuchte, deren gekaufter Fan sie nun war, doch zumindest im Interview nahm der Firmenvertreter das Ganze recht gelassen. „Das ist doch normal!“, lautete seine lapidare Antwort auf die Frage, ob ihm das unangenehm sei oder ob er dazu stehe, für seine Fans zu bezahlen.




 

Alles normal oder verbotene Schleichwerbung?

Eine etwas diversifizierter Einschätzung zum Thema nahm im Spiegel TV-Beitrag dann erwartungsgemäß Rechtsanwalt Thomas Schwenke vor. Seiner Meinung nach hängt die rechtliche Einstufung davon ab, wie man den „Like“-Button bei Facebook oder das Folgen auf Twitter einordnet. „Wenn man sagt, das ist so etwas wie eine positive Bewertung, dann wärs natürlich verboten, denn der Kauf von positiven Bewertungen zur Schleichwerbung gehört und ein Wettbewerbsverstoß ist“, erklärt der Anwalt im Spiegel TV-Interview.
 

Likedetectives – Fan und Follower-Manipulationen auf der Spur

Hinter der neu gegründeten Initiative „Likedetectives“ stehen vier Berliner Medienschaffende, deren Ziel es nach eigener Aussage ist, „Manipulationen rund um gekaufte Fans, Kommentare und Shares aufzudecken und Informationen hierüber öffentlich und ständig zugänglich zu machen“. Auf der Webseite der Likedetectives finden Interessierte weitere Informationen und Dokumente zum Thema. Darüber hinaus haben die „Detektive“ eine Gruppe auf Facebook ins Leben gerufen, auf der aktuelle Entwicklungen zum Thema diskutiert werden können.

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5 Kommentare to “Twitter Fake-Follower und gekaufte Facebook-Fans: Das Thema sorgt für Wirbel”

  1. Wie immer die Frage ob etwas nachhaltig aufgebaut werden soll oder mehr unter dem Motto Shareholder value. Nachhaltig bedeutet echte FAN’s und echte like’s und nicht kurzfristig pushen, gekauft oder auch nicht, um einen gewissen Schein zu wahren. Zum Glück sind wir Heute so Transparent das es doch wieder heißt am Schluss: „Ehrlich währt am längsten!“

    • redaktion sagt:

      Da haben Sie absolut recht. Was die Transparenz betrifft, haben die neuen Medien sicher auch Ihr Gutes: WikiPlag lässt grüßen … 🙂

  2. Schön, dass Ihr unsere Infografik verwendet habt. Wäre evtl. noch ein Referenzlink auf unsere Homepage möglich? Viele Grüße, Mathias Brandt

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