Praxis-Bericht: Wie arbeitet es sich denn eigentlich „in der Wolke“ …

 

Der Begriff „Cloud Computing“ macht derzeit die gesamte IT-Branche verrückt. Selbst Microsoft-CEO Steve Ballmer ließ bei seinem Deutschland-Besuch vor vierzehn Tagen keine Möglichkeit aus, die „Wolke“ zu beschwören. „Cloud Computing sei die wichtigste IT-Innovation für viele Generationen“, lautet das Credo des Microsoft-Chefs. Wie arbeitet man also nun „in der Wolke“. Wir haben es ausprobiert und dazu die Cloud Computing-Lösung ContactOffice ausgewählt.

Alle Redakteure dieses Online-Blogs sind nämlich verhältnismäßig viel auf Achse und da spielt natürlich die Möglichkeit, auf unsere E-Mails auch unterwegs zugreifen zu können, eine große Rolle. Bisher hatten wir Microsoft Outlook und Mozilla Thunderbird im Einsatz, allerdings lokal auf unseren Büro-PCs. Darüber hinaus spielte für uns die Möglichkeit, die neue Lösung erst einmal testen zu können, eine große Rolle. ContactOffice bietet eine voll funktionstüchtige Basis-Version sogar kostenlos an. Gut für uns und gut fürs Budget.

Das Zauberwort heißt „Collaboration“

Darüber hinaus interessierte uns natürlich die Möglichkeit, inwieweit wir unsere Zusammenarbeit mit einem neuen Software-Tool optimieren können. Das Zauberwort heißt „Collaboration“. ContactOffice bietet dafür unter anderem ein „Dokumententool“. Dokumente lassen sich damit online abspeichern und verwalten. Richtet man dann so genannte „Gruppen“ ein, kann man diese mit anderen Gruppenmitgliedern austauschen, ohne sie per mail hin- und herschicken zu müssen. Nette Sache: Wir können jetzt Entwürfe für zukünftige Beiträge oder Redaktionspläne einfach online gemeinsam nutzen. Weiterer Vorteil: Ich kann bei jedem Dokument entscheiden, ob ich es teilen möchte oder nicht. Das selbe gilt übrigens auch für den Gruppenkalender, der von allen Mitgliedern gemeinsam bearbeitet werden kann. So werden Termine in Zukunft nicht mehr doppelt vergeben bzw. man weiß, welche Termine noch frei sind.

Datenschutz und Datensicherheit

Natürlich spielte für uns auch die Frage des Datenschutzes und der Datensicherheit eine Rolle. Wer möchte schon seine Daten irgendwo „herumliegen“ sehen. Unsere Daten liegen bei ContactOffice in Brüssel in einem zertifizierten Hochleistungszentrum von der Firma Level3. Im Gegensatz zu Google, Facebook und Konsorten verdient das Unternehmen kein Geld mit Werbung. Unsere Nutzerdaten sind für die also ziemlich unwichtig. Und die Dokumente? Nun zuerst einmal bezweifle ich, dass unsere Berichte, Redaktionspläne und Fotos für Vertreter verbrecherischer Schurkenstaaten oder Geheimdienste interessant sind. Darüber hinaus betreibt ContactOffice seinen Dienst bereits seit zehn Jahren und hat fast eine halbe Million Benutzer: vom der Drei-Frau/Mann-Redaktion plus Zwei-Frau-Backoffice Firma wie uns bis zu Großunternehmen wie TNT und Orange. Ich denke, dass da doch ein gehöriges Maß an Vertrauen gerechtfertigt ist.

Vertrauen ist gut, Kontrolle ist besser

Doch bei allem Vertrauen bietet ContactOffice die beruhigende Backup-Funktion. Auf Knopfdruck können wir alle unsere Daten lokal speichern und haben sie damit wieder „offline“ verfügbar. Das funktioniert wirklich, wir haben’s ausprobiert. Darüber hinaus mussten wir beim Durchlesen der Sicherheitsfunktionen von ContactOffice kleinlaut zugeben, dass diese doch weit über die „Sicherheits-Features“ hinausgehen, die wir bisher intern zur Verfügung hatten: Ein mehr oder weniger regelmäßiges und vollständiges Backup auf einer externen Festplatte und eine Standard-Anti-Virensoftware vom Online-Shop. Anfang des Jahres ging ein Notebook eines Kollegen „in die Knie“. Er bekam ein neues und durfte erst einmal kräftig Software und Daten „drauf schaufeln“. Den Status Quo des alten Notebooks haben wir vollständig nicht mehr herstellen können.

Fazit: Arbeiten in der Wolke – gar nicht so übel …

Als Fazit nach etwa drei Monaten Arbeiten in der Wolke können wir ein zufriedenes Resümee ziehen. Als wirkliches Plus haben sich die Möglichkeit, unsere E-Mails von überall aus abzurufen und die Möglichkeit, Dokumente online abzuspeichern, erwiesen. Probleme haben wir bisher keine erkannt. Ab und zu erscheint eine Meldung „We are maintainig our systems“ und wir müssen ein paar Sekunden warten, bis der Dienst wieder verfügbar ist. Alle Daten und Dokumente befinden sich nachwievor dort, wo wir sie abgelegt haben. Mittlerweile sind wir der festen Überzeugung, dass wir eine Sicherheits-Infrastruktur nuzen (Backup, Firewall, Anti-Viren, Anti-Spam, etc.), die wir uns selbst nie leisten könnten, und das für einen Preis zwischen 5 und 10 Euro pro Anwender und Monat. Die werden fällig, da wir mittlerweile einfach höhere Kapazitäten beim Speicherplatz benötigen, da wir mittlerweile weit mehr in der Wolke arbeiten als anfangs geplant.

Wir haben auf jeden Fall entschieden, weiter „in der Wolke“ zu arbeiten und werden in diesem Blog immer mal wieder über unsere Erfahrungen berichten.

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3 Kommentare to “Praxis-Bericht: Wie arbeitet es sich denn eigentlich „in der Wolke“ …”

  1. […] bereits an anderer Stelle erwähnt, arbeiten wir seit Mitte letzten Jahres mit der webbasierten Plattform ContactOffice, die […]

  2. […] die Wolke” zu verlegen. “Cloud Computing” nennt man das neudeutsch (vgl. Wie arbeitet es sich denn eigentlich in der Wolke) Statt Präsentationen, Dokumente und Unterlagen auf mobilen Speichermedien herumzutragen, […]

  3. […] Auch wenn wir hier in der Redaktion alle altersmäßig noch der “Generation X” oder sogar noch den “Babyboomern” angehören, haben auch wir uns Gedanken über ein modernes Arbeitsumfeld gemacht und sind eigentlich zum selben Ergebnis gekommen wie die Autorin des Beitrags: Flexibilität, freie Zeiteinteilung und jederzeit verfügbare Kommunikationsmittel sind uns wichtiger als straffe Hierarchien, ein Firmenbüro und das tägliche Vor-Ort-Meeting. Aus diesem Grund arbeiten wir seit einiger Zeit komplett “in der Wolke”. […]

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