PC, Laptop oder SmartPhone: Wie und wohin wir heute surfen …

… das versucht derzeit eine weltweit angelegte Studie der GfK mit dem Titel „Connected Life.dx“ herauszufinden. Ziel ist es, die Beziehung zwischen der Internetnutzung über Festnetz und mobiler Internetnutzung – diese Form stieg in jüngster Vergangenheit ja explosionsartig an – zu untersuchen. Um wirklich relevante Daten erheben zu können, hat die GfK-Tochter nurago spezielle Apps – eine für den PC und eine für das Android-Smartphone – entwickelt, die der Studien-Teilnehmer auf seinen Rechner und sein Handy herunterladen muss. Diese Apps sammeln dann Informationen über das Nutzungsverhalten, das dann von der GfK ausgewertet wird. Das von der GFK ausgegebene Motto lautet deshalb auch: Helfen Sie mit, die Zukunft von Handy- und Internetdiensten zu gestalten. (Partnerlink).

Jeder Teilnehmer erhält als Dankeschön einen elektronischen Gutschein von bis zu 15 Euro, dennoch stellt sich dem vorsichtigen und datenschutzerprobten Internetnutzer natürlich die Frage: „Was sammeln die da an Daten?“ Die GfK hat diese Frage wahrscheinlich bereits vorausgeahnt und stellt deshalb auf der Studien-Webseite umfangreiche Informationen zum Datenschutz zur Verfügung.
 

GfK Internet Monitor: Welche Daten werden gesammelt?

Laut GfL sammelt der Internet Monitor für Windows, also die App, die auf dem PC gespeichert werden muss, die folgenden Daten:

  • alle aufgerufenen Internetseiten, die Häufigkeit und den Termin des Besuchs
  • Auf dem Computer installierte Internet-Programme (Instant Messenger, Browser, etc.)
  • Allgemeine Informationen zum PC (IP-Adresse, Betriebssystem, Browsertyp)

Der GfK Mobile Monitor, also die App für das SmartPhone, zeichnet die folgenden Informationen auf:

  • Informationen zum SmartPhone (Hersteller, Modell, IMEI-Nummer)
  • Namen der auf dem SmartPhone installierten Apps
  • Namen der im Hintergrund gestarteten Dienste/Funktionen
  • Zeitpunkt, wenn Apps installiert/entfernt werden
  • Eingehende und ausgehende Anrufe (einschließlich Vorwahl
  • Zeitpunkt des Versendens von SMS, MMS und Emails
  • URLs besuchter Internetseiten
  • Ortsangaben, soweit zugänglich

Und was zeichnen die „fleißigen Helferlein“ nicht auf?

  • Inhalte der aufgerufenen Seiten
  • sensible Daten oder Informationen, die in ein Formular eingetragen werden, wie Benutzernamen, Passwörter, Kreditkartennummern oder andere finanzielle, private oder geschützte Daten

Die gesammelten Daten werden dann an das Rechenzentrum eines Hosting-Dienstleisters von nurago geschickt, das sich in Deutschland befindet. Damit finden auch die Regelungen des Bundesdatenschutzgesetzes Anwendung. Alle Daten werden in „pseudonymisierter Form“, d.h. getrennt vom Namen des Studienteilnehmers erhoben. Allerdings weist die GfK ausdrücklich darauf hin, dass es möglich ist, „sobald eine URL persönliche Informationen über Sie während einer unverschlüsselten Sitzung anzeigt und diese erfasst werden, diese Daten mit Ihnen in Verbindung zu bringen. Die erhobenen Daten können auch anhand eindeutiger Codes, die sich in unserem Besitz befinden, Ihrer Person zugeordnet werden, jedoch sind persönlich identifizierbare Informationen nicht im Rahmen des normalen Geschäftsprozesses zugänglich.“
 

Cui bono? Wem nützt es?

Die Ergebnisse der Studie stellt die GfK dann nach eigenen Angaben Herstellern von Endgeräten, Online Content Providern und Online Marketern zu Verfügung, die daraus Schlüsse ziehen sollen, wie sie die „Customer Experience“ ihrer Angebote optimieren können. Für den Anwender erhofft sich die GfK als Ergebnis eine noch schönere, benutzerfreundlichere und auf das Nutzungsverhalten abgestimmte Online-Welt. Denn wie bereits oben erwähnt, „ködert“ die GfK Studienteilnehmer nicht nur mit elektronischen Gutscheinen, sondern der Bitte: Helfen Sie mit, die Zukunft von Handy- und Internetdiensten zu gestalten. (Partner-Link)
 

Fazit

Noch habe ich den Download-Button für die beiden Apps nicht angeklickt. Auf der einen Seite mag es für Handy-Hersteller und App-Entwickler schon interessant sein, herauszufinden, wie und wo ich mich im Internet bewege. Und wenn am Ende dann Endgeräte und Anwendungen rauskommen, die mir das Surfen vereinfachen, soll’s mir recht sein. Auf der anderen Seite sind das doch eine ganze Menge an Informationen, die da von meinem SmartPhone und PC „aufgesogen“ werden. Und wenn denen dann eine ähnliche Datenpanne passiert wie Sony, dann weiß am Ende jeder, was ich mir am Ende eines langen Blogger-Tages da so alles „reinziehe“ … 🙂

Sie können einen Kommentar abgeben, oder von Ihrer eigenen Seite einenTrackback setzen.

Einen Kommentar verfassen

Spam-Schutz * Time limit is exhausted. Please reload CAPTCHA.