Heimlich, still und leise: Facebook stellt Facebook Questions/Fragen ein

Facebook Frage QuestionsGerade sitze ich an der Endkorrektur des Manuskripts meines neuen Buchs „So werden Sie zum Content King“, das im November erscheinen wird. Bei den Content-Quellen habe ich unter anderem einen kurzen Beitrag über die Möglichkeit verfasst, über soziale Netzwerke Umfragen durchzuführen. Als Beispiel hatte ich neben der Umfrage-Funktion in XING aus die Facebook Questions/Frage-Funktion vorgesehen. Beim Korrekturlesen staunte ich nun nicht schlecht, als ich feststellen musste, dass der von mir beschriebene „Frage“-Link auf meinem Facebook-Profil auf einmal verschwunden war.

Mein erster Gedanke: „Facebook hat bei mir diese Funktion gesperrt!“ Aber warum nur? Eine „live“ durchgeführte Umfrage bei Mitarbeitern ergab dann aber, dass auch auf deren Facebook-Profil der „Frage“-Link verschwunden war. Was nun? Erst einmal warten? Immerhin kommt es bei Facebook immer mal wieder vor, dass Funktionen verschwinden und dann kurze Zeit später wieder auftauchen. Doch der „Frage“-Link blieb weiter verschwunden.
 

Aus Zweifel wird Gewissheit: Facebook Questions/Fragen werden abgeschaltet

Seit letzter Woche dann die Gewissheit, ich muss das Manuskript ändern. Wie allfacebook.de in einem Blogbeitrag berichtet, hat Facebook „in der letzten Wochen nahezu unbemerkt damit begonnen die ‚Questions‘ / ‚Frage‘ Funktion aus dem Publisher der Nutzer zu entfernen.“ Dies wurde mittlerweile von Facebook auch offiziell gegenüber allfacebook.de bestätigt. Begründung: „We’re choosing to focus our efforts elsewhere.“

Schwacher Trost: Für Fanpages und Gruppen steht die Funktion nachwievor zur Verfügung, wurde allerdings im Untermenü „Veranstaltung, Meilenstein, +“ versteckt.

Facebook Questions Fragen Fanpage

Allein schon dieses „Versteckspiel“ lässt vermuten, dass die Kollegen von allfacebook.de mit ihrer Einschätzung richtig liegen: „Auch wenn nicht angekündigt, so dürfte unserer Einschätzung nach die Funktion allerdings auch dort mittelfristig verschwinden da Facebook in der Vergangenheit Features nie nur teilweise behalten hat.“
 

Lessions learnt: Nicht auf den Betreiber eines sozialen Netzwerkes verlassen

Nun ist eine Umfrage-Funktion auf einem sozialen Netzwerk sicher keine „unternehmenskritische“ Funktion – ich muss gestehen, dass auch ich erst bei der Recherche für mein Buch auf die Funktion gestoßen bin und es gibt eine Reihe von Umfrage-Apps für Facebook, die diese „Lücke“ sicher schließen – dennoch zeigt sich eine Problematik, auf die ich bereits in einem Beitrag im Mai im Zusammenhang mit der Info-Grafik „Top 10 Reasons Business Blogging is Better than Facebook“ der amerikanischen Bloggerin und Content-Marketing-Expertin Patricia Redsicker hingewiesen habe: An erster Stelle ihres Rankings: „Control! You get to Do what YOU want NOT what Mark Zuckerberg wants.“ Auf gut Deutsch: „Wenn Sie sich bei Ihrer Social Media-Strategie ausschließlich auf soziale Netzwerke Dritter verlassen, kann es sein, dass irgend wann Sie verlassen sind.“

Und diese Problematik betrifft nicht nur Facebook. Wie Sie vielleicht der Presse entnommen haben, möchte Burda das Business-Netzwerk XING nun komplett übernehmen. Der Medienkonzern hält seit kurzem bereits knapp 39 Prozent des Business-Netzwerks und plant, die restlichen Aktien für je 44 Euro oder insgesamt 147 Millionen Euro aufzukaufen. Reaktion von XING-Gründer Lars Hinrichs auf Twitter: „Great Deal for Burda & everyone made a profit – thats the best outcome of doing business. I am selling my last shares to them, so should you.“

Für alle diejenigen, die wie ich zwar keine XING-Aktien besitzen, durch intensive Nutzung aber sicher auch dazu beigetragen haben, dass das Netzwerk für Firmen wie Burda überhaupt attraktiv wurde, stellt sich natürlich die Frage, was dies für die Zukunft von XING bedeutet. Und wie üblich werden alle Beteiligten erklären: „Natürlich nichts, alles bleibt beim alten!“ Und wie üblich werden zumindest bei mir Restzweifel bleiben, denn es gibt genug Gegenbeispiele. Oder hätten Sie geglaubt, dass die einst so gepriesene Übernahme der VZ-Netzwerke durch Holtzbrinck einmal in der Presse als „Fehlinvestition“ bezeichnet würde. Mittlerweile wurde das „sinkende Schiff“ dann auch an einen Finanzinvestor veräußert.

Fazit: Auch im Web 2.0 und Social Media gilt: Lieber mehrgleisig fahren und die Fäden in der Hand halten!!

P.S.: Für alle diejenigen, die Facebook Questions/Fragen nie bewusst wahrgenommen haben, hier noch der Screenshot aus meinem ursprünglichen Manuskript.

Facebook Questions

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