Gestatten: „Lars M., Anfang 30, always on, …“

Lars M., Zielgruppe, Mercedes A-KlasseSo beschreibt Mercedes-Vertriebschef Joachim Schmidt in einem in der Ausgabe 37 der Wirtschaftswoche veröffentlichten Interview den in der Produktstrategie festgelegten Zielkunden der neuen Mercedes A-Klasse. Der Mercedes-Vertriebs- und Marketing-Chef weiter: „Lars schaut wenig Fernsehen, liest kaum Zeitung und bezieht alle Informationen aus dem Internet. Das ist unsere typische Zielgruppe, die wir unbedingt erreichen müssen.“ Und deshalb ist davon auszugehen, dass Mercedes für die Vermarktung seines neuesten „Baby“ schwerpunktmäßig auf Web 2.0 und Social Media-Kanäle setzen wird.

Nun gehöre ich definitiv nicht (mehr) zur Zielgruppe von Herrn Schmidt für seine neue A-Klasse. Ich gehöre nämlich noch zu der Gruppe von Menschen, die die A-Klasse vor allem mit dem „Elchtest“-Fiasko in Verbindung bringt – die erste Generation A-Klasse kippte bei diesem in der Automobilbranche wohl üblichen Ausweichtest einfach um – und der nicht zu den Kunden gehört, die laut Schmitz „die erhöhte Sitzposition schätzen“, die die bisherige A-Klasse bot. Wann immer ich eine A-Klasse als Mietwagen hatte, musste ich beim Aussteigen immer daran denken, dass es „weit runtergeht“.
 

Erst Zielgruppen-Profil(e) erstellen – dann kommunizieren

Zurück zum Thema: Das Beispiel Mercedes A-Klasse und Lars M. finde ich deshalb so „spannend“, weil es genau die Vorgehensweise unterstreicht, die ich in unserem neuen Video-Tutorial „Content is King: Was soll ich nur schreiben?“ rate. Anstatt „wie ein Wilder“ mit Inhalten um sich zu schießen, sollten Sie sich, wenn Sie eine Content-Strategie entwickeln, zuerst einmal Gedanken über Ihre Zielgruppe(n) machen und für diese Zielgruppe(n) möglichst konkrete Profile erstellen: Namen, Alter, Tätigkeit, Vorlieben, Sorgen und Nöte. Als Beispiel im Video-Tutorial habe ich den „Unternehmer Klaus“ und die „Familienmanagerin Silke“ gewählt, bei Mercedes heißt das Profil eben „Lars M.“

Ich erlebe immer wieder, dass meine Gesprächspartner beim Thema Kundenprofile die Augenbrauen nach oben ziehen und ich kann dann förmlich deren Gedanken lesen: „Was soll denn diese Spielerei, wir sind doch nicht im Kindergarten. Ich weiß doch, wer meine Produkte bzw. Dienstleistungen kauft. Deshalb muss ich dem doch keinen Namen geben.“ Ich bin mir sicher, dass Sie wissen, wer Ihre Produkte/Dienstleistungen erwirbt, Sie müssen dazu ja nur in der Buchhaltung nachsehen/nachfragen. Doch um herauszufinden, wie er über Ihr Unternehmen erfahren hat, wo er sich über Ihre Produkte informiert hat und weshalb er sich letztendlich für Ihr Unternehmen entschieden hat, ist eine möglichst detaillierte Profilierung absolut notwendig. Und wenn Sie etwas gegen die Namen Lars, Klaus oder Silke haben, können Sie ihn oder sie ja auch Kunde X oder Kundin Y nennen.
 

Video-Tutorial „Content is King“ – Teil 2 folgt in Kürze

Wenn Sie den ersten Teil des Video-Tutorials bereits angesehen haben, wissen Sie, dass es auch noch einen zweiten Teil geben wird. Das gesamte Tutorial wurde einfach zu lang, um es in „einem Stück“ zu veröffentlichen – mit fast 20 Minuten schießt ja selbst Teil 1 deutlich über das mir eigentlich gesetzte Zeitlimit von zehn Minuten hinaus. Das Thema Content ist halt sehr komplex. Teil 2, das verspreche ich, wird kürzer. Ich werde Ihnen dort einige Tipps für Contentquellen geben, mit denen Sie sicher stellen können, dass Sie regelmäßig attraktiven, qualitativ hochwertige Inhalte zur Verfügung haben: Für Klaus, Lars, Silke, oder an wen Sie sonst noch Ihre Produkte bzw. Dienstleistungen verkaufen möchten.

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