Gastbeitrag:*) Drei Tipps für Unternehmer im Web 2.0 fremder Kulturen

Fremde Kulturen„Ja.“ Einfach nur „ja“. Das war die Kurzantwort auf die Frage, ob man mit Social Media Marketing im Ausland neue Märkte für seine Produkte gewinnen kann. „Yes we can!“ Und so könnte dieser Artikel hier aufhören, wenn, ja wenn nicht auch auf dieses „ja“ ein „aber“ folgen müsste. Social Media Marketing kann ein gutes Instrument sein, um sein Produkt und/oder sein Unternehmen auf einem fremdsprachigen Markt bekannt zu machen, aber man muss einige Regeln beachten, damit das auch wirklich funktioniert.

Sie sehen, dieser Artikel ist noch keineswegs fertig. Unterhalten wir uns also einmal über die Regeln anhand von drei Tipps, die hilfreich sein könnten.
 

Der richtige Ort

Redet man von Social Media, dann spricht man von Facebook, Twitter und zwei drei weiteren Netzwerken. Wer so denkt, hat ein sehr eingeschränktes Bild von der Social Media Landschaft. Das gilt spätestens beim Blick auf Social Media Landschaften außerhalb Deutschlands. Hier trifft man auch bei den großen Social Media Netzwerken auf möglicherweise bisher unbekannte Namen. So positioniert sich etwa in den Niederlanden hinter Facebook Hyves als zweitgrößtes Netzwerk, in Österreich spielt Baidu eine Rolle, in Spanien Tuenti und in China trifft man nochmals auf völlig andere Netzwerke wie etwa den dortigen Spitzenreiter im Ranking der Social Media Netzwerke: Qzone. Man sollte die Social Media Landschaft des fremden Landes kennen lernen, um sinnvoll zu entscheiden, wo man sich engagiert und welche Möglichkeiten der Interaktion mit anderen Menschen man nutzen kann.
 

Lernen, lernen, lernen

Das ist vielleicht der mit Abstand wichtigste aller Tipps. Wer bei ausländischen Zielgruppen Erfolg mit Social Media Marketing haben möchte, muss wissen, wie die Leute mehrheitlich „ticken“. Natürlich hat man es in jedem Land auch in Social Media Netzwerken mit Individuen zu tun. Und doch trifft man daneben auf Kulturen, die jeweils etwas andere Regeln definieren, an denen sich die Individuen orientieren, indem sie sie befolgen oder auch bewusst brechen.

Man muss in die Kultur des Landes eintauchen, darf nicht nur an der Oberfläche schwimmen. Mit Kultur ist hier übrigens auch Internetkultur gemeint. Es gibt teils große Unterschiede in der Art und Weise, wie Menschen mehrheitlich das Internet und speziell Social Media nutzen, welche Inhalte sie lieben, wie hoch die Bereitschaft ist, sich auf Social Media mit Marken auseinanderzusetzen und wie sehr Blogs und Mikroblogging akzeptiert sind. Wer mehr darüber wissen möchte, nutzt Studien wie etwa Wave 5 der internationalen Social Media Studie von Universal McCann.
 

Die Sache mit dem Mehrwert

So ganz ist es leider noch immer nicht in allen Unternehmen angekommen, die sich auf Social Media Plattformen tummeln: Social Media Plattformen sind keine Werbeplattformen, in die man einfach seine Werbebotschaften pflanzt, damit sie dort wachsen und gedeihen und Umsätze generieren. Beim Weg zu in- wie ausländischen Zielgruppen Social Media sinnvoll zu nutzen, bedeutet auch, sich auf Dialoge einzulassen, statt Monologe zu pflegen. Zugleich wird man der Zielgruppe verstärkt Kampagnen präsentieren müssen, die aus der Masse der täglich auf Social Media Plattformen verbreiteten Informationen herausstechen, weil

  • sie der Zielgruppe Spaß bereiten,
  • sie gekonnt zur Stellungnahme herausfordern,
  • ihr einen Mehrwert bieten.

Beim Thema „Spaß und Humor“ sollten Sie sich dann allerdings auch nochmals den Rat zu Herzen nehmen, die Kultur des jeweiligen Zielmarktes zu berücksichtigen. Etwas Vorsicht ist angebracht. Was die einen als witzig empfinden, ist für andere eventuell bereits beleidigend, obszön oder einfach nur „uncool“.

*) Über den Autor: Christian Arno ist der Gründer von Lingo24, einem Übersetzungsdienst, das professionelle Übersetzungen anbietet. Folge Christian auf Twitter unter @l24de.

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