Facebook und Datenschutz: US-Kongress verlangt Antworten

Die insbesondere im deutschsprachigen Raum kontrovers geführte Diskussion um das Thema Facebook und Datenschutz zeigt nun scheinbar auch Wirkung in den USA. Denn auch der US-Kongress möchte nun mehr zur Datenschutzpolitik von Facebook wissen und hat deshalb an oberster Stelle um Aufklärung gebeten: bei Firmengründer Mark Zuckerberg höchstpersönlich.

Der Vorsitzende eines Unterausschusses des Energie- und Handelsausschusses im Repräsentantenhaus Cliff Stearns hat Zuckerberg in einem persönlichen Brief aufgefordert, bis zum 3. Januar zu erläutern, wie Facebook mit den Daten seiner Nutzer umgeht.

Unter anderem fragt Stearns in seinem Brief an Zuckerberg:

  • Verfolgt Facebook Nutzer und Nichtnutzer beim Browsen im Internet?
  • Reichen die dabei gesammelten Daten aus, um einen Menschen zu identifizieren?
  • Gibt es eine Opt-out-Option?
  • Wenn nein, warum nicht?
  • Wie archiviert Facebook die gesammelten Daten?
  • Wie archiviert Facebook insbesondere die Daten, die auf Nutzerwunsch gelöscht wurden?
  • Wie viele Mitglieder lesen die Datenschutzbestimmungen von Facebook wirklich durch, wenn diese länger ist als die Verfassung der Vereinigten Staaten?
  • Warum werden dem Nutzer nur fünf Tage Zeit gegeben, einzelne Punkte in seinem Profil zu verstecken?
  • Reicht diese Zeit aus, um den nötigen Überblick über seine Daten zu erhalten?

Stearns verweist in seinem Schreiben ausdrücklich auf zwei Vorfälle aus dem deutschsprachigen Raum. Der österreichische Jura-Student Max Schrems hatte von Facebook eine CD mit allen Daten verlangt, die in drei Jahren über ihn gespeichert worden waren. Er erhielt 1.200 DIN A4-Seiten. Dort waren nach Angaben von Schrems auch Daten enthalten, die von ihm längst gelöscht worden waren.

Der zweite Vorfall aus dem Stearns-Brief an Zuckerberg ist die hier in Deutschland geführte Diskussion um den Like (Gefällt mir) Button, die durch den schleswig-holsteinischen Datenschutzbeauftragten Thilo Weichert im Sommer ins Rollen gebracht wurde, indem er schleswig-holsteinischen Nutzern dieser Funktion ein Ultimatum zum Löschen gestellt und saftige Strafen angedroht hatte. Seiner Meinung nach verstößt der „Gefällt mir“-Button nämlich gegen deutsches Datenschutzrecht wie Bundesdatenschutzgesetz (BDSG) und Telemediengesetz (TMG) (vgl. Beiträge hier im Unternehmen 2.0-Blog).

Sie können einen Kommentar abgeben, oder von Ihrer eigenen Seite einenTrackback setzen.

Einen Kommentar verfassen

Spam-Schutz * Time limit is exhausted. Please reload CAPTCHA.