Die PR-Toolbox: Unser erstes eigenes Copycat

Vor einigen Tagen schaute ich mal wieder bei André Vollbracht und seinem VentureTV vorbei. Auf seinem Online-Videoportal interviewt er Unternehmensgründer und Startups aus den unterschiedlichsten Bereichen. Wir hatten uns vor einigen Jahren auf einer Presse-Reise in Kiew (!) kennengelernt und er hatte mir dort erste Einblicke ermöglicht, wie man Live-Videosinterviews produziert. In seinen Videos, in den er auch die ganz Großen der Venture Capital-Szene wie Oliver Samwer, einen der Samwer-Brüder, vor das Mikrofon bekommt, fällt immer wieder der Begriff „Copycat“. Copycat (engl. für „Nachahmer“, „Trittbrettfahrer“) werden Geschäftsideen genannt, die sich in anderen Ländern, meistens den USA, bereits durchgesetzt haben, und nun für den deutschen Markt adaptiert werden. Beispiele: StudiVZ (Facebook) Zalando (Zappos) oder die diversen Deal-Portale (Groupon).

Fast fühlte ich mich beim Video-Schauen etwas ertappt, denn mit der PR-Toolbox haben auch wir ein „CopyCat“ im eigenen Portfolio – ehrlich gesagt, ohne dass mir das bisher so bewusst war 🙂
 

Die PR-Toolbox: Copycat des Publicity Builders

Während meiner Zeit in den USA Mitte der 90er Jahre fiel mir der Publicity Builder der Firma Jian in die Hände. Die damalige Urversion bestand aus gerade mal einer Diskette (für die jüngeren von Ihnen: Vorläufer der CD-ROM), auf der Vorlagen, Muster und Checklisten für PR-Pläne, Pressekonferenzen und Pressetexte abgespeichert waren. Zielgruppe: kleine und mittlere Unternehmen, die ihre Pressearbeit selbst in die Hand nehmen möchten und deshalb von den Vorlagen und Mustern profitieren. „So etwas könnte auch etwas für den deutschen Markt sein“, dachte ich mir schon damals, verwarf die Idee aber schnell wieder, da wir uns unser damals noch wichtigstes Geschäftsfeld, die PR-Beratung, nicht kannibalisieren wollten.

Jahre später – die PR-Beratung hatten wir mittlerweile aufgegeben – stieß ich beim Aufräumen wieder auf die Diskette und entschloss mich, diese Idee einer Vorlagen- Checklisten- und Mustersammlung für die PR-Arbeit auf den deutschen Markt zu adaptieren. Allerdings sollten die deutschen Kunden sich nicht durch Textdateien durchwühlen müssen, vielmehr bastelten wir eine HTML-basierte Benutzeroberfläche und nannten das Ganze: Die PR-Toolbox.
 

PR-Arbeit ist tot, es lebe die PR-Arbeit

Häufig liest man heute, dass der Siegeszug von Web 2.0 und Social Media auch das Ende der klassischen PR-Arbeit bedeutet. Dem kann ich nur bedingt zustimmen. Denn noch immer gibt es gute Gründe, sich auch heute noch mit den Grundsätzen traditioneller Presse- und Öffentlichkeitsarbeit auseinander zu setzen.

Der deutsche Zeitschriftenmarkt – riesig und vielfältig
Der deutsche Zeitschriftenmarkt gehört zu den größten und vielfältigsten Zeitschriftenmärkten der Welt. Denken Sie dabei nicht nur an die Tagespresse oder Massenmedien wie Spiegel, Focus oder Playboy … 🙂 Fast jede Branche in Deutschland hat mindestens eine, häufig sogar mehrere Fachmagazine. Die meisten Verbände und Organisationen in Deutschland geben Zeitschriften heraus. Oder hätten sie gewusst, dass beispielweise die ADAC Motorwelt eine Auflage von 13 Millionen Exemplaren hat? Natürlich betreiben viele dieser Zeitungen mittlerweile auch ein entsprechendes Online-Angebot, doch auch da müssen Inhalte rein. Und Kontaktanbahnung sowie Kontaktpflege mit der Redaktion erfolgen auch heute noch über klassische PR-Arbeit.

Das eine tun, ohne das andere zu lassen
Auch wenn viele Unternehmen heute glauben, Web 2.0- und Social Media-Aktivitäten würden ausreichen, um mit Kunden und Interessenten zu kommunizieren, kann sich dieses in vielen Fällen als Irrglaube herausstellen. Wie viele Ihrer Kunden erreichen Sie tatsächlich über Facebook? Wie viele Follower haben Sie denn auf Twitter? Und was würde Ihnen dagegen eine Veröffentlichung in einem Fachmagazin (nebst Online-Portal) bringen, das sich genau an die von Ihnen adressierte Zielgruppe wendet oder noch besser von einem Fachverband für die von Ihnen adressierte Zielgruppe herausgegeben wird (vgl.

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