Apple vs. Samsung: „And the winner is …?“

Tja, wer nun eigentlich? Kaum war die Tinte unter dem Urteil von Richterin Lucy Koh in Kalifornien Ende letzter Woche trocken, da bemühten sich Experten weltweit um eine Bewertung dieses Richterspruchs. Die Fakten sind schnell geklärt: Das Geschworenengericht bestätigte die Verletzung mehrerer Patente für iPhone und iPad durch zahlreiche Samsung-Geräte und sprach Apple einen Schadenersatz von zunächst rund 1,05 Milliarden Dollar (839 Millionen Euro) zu. Die Summe könnte sich noch erhöhen, wenn sich herausstellt, dass die Verletzungen bewusst erfolgten. Die Patentvorwürfe von Samsung an Apple wiesen sie hingegen komplett ab.

Die Stellungnahmen der beiden Kontrahenten fielen erwartungsgemäß sehr konträr aus. Samsung erklärte in einer ersten Stellungnahme: „Das wird zu weniger Auswahl, weniger Innovation und potenziell höheren Preisen führen.“ Es sei bedauerlich, „dass das Patentsystem einem Unternehmen ein Monopol über Rechtecke mit abgerundeten Ecken geben könne“ (Anspielung auf das Design der Apple-Geräte, das sich auch bei den meisten Samsung-Geräten wiederfindet). Beobachter gehen davon aus, dass der südkoreanische Konzern in Berufung gehen wird. Die Börse nahm dem Unternehmen den Richterspruch schon einmal übel. Der Aktienkurs „rauschte“ nach Bekanntwerden des Urteils in den Keller.

Die Reaktion von Apple fiel – ebenfalls erwartungsgemäß – deutlich positiver aus. Apple-CEO Tim Cook dankte den Geschworenen für eine „klare Botschaft, dass Diebstahl nicht rechtens ist“. „Der Berg an Beweismaterial zeigte in dem Prozess, dass das Kopieren durch Samsung noch tiefer ging als selbst uns bekannt war“, hieß es in einer E-Mail an die Apple-Mitarbeiter, aus der auch Sätze als offizielle Erklärung verbreitet wurden.
 

Wer verklagt in Zukunft wen?

Und der Rest der Welt spaltet sich seitdem in eine (noch) stolzere Apple Community und eine Wunden leckende Samsung-Welt, wobei letztere ein düsteres Bild von der Zukunft des freien Wettbewerbs zeichnet und dabei die Automobil-Branche als Beispiel heranzieht. In der Automobil-Branche, so liest man in zahlreichen Kommentaren auf Blogs und Foren, würden sich heute auch viele Modelle in Design und Funktionalität ähneln, ohne dass sich die Hersteller gleich mit Patentklagen vor den Kadi zerrten. Und die ehemals so stolze US-Automobilbranche hätte es nie gegeben, wenn Herr Ford nicht auf den Entwicklungen von Pionieren wie Daimler oder Peugeot aufbauen hätte können – oder wenn diese damals ebenfalls vor Gericht gezogen wären.

Und selbst das gute, alte Raumschiff Enterprise – wo immer es sich gerade aufhält – hat mit dem Gerichtsurteil von letzter Woche zu kämpfen. Zumindest haben wir folgendes Material bei YouTube gefunden.
 




 
Armes Weltall … 🙂

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